27.10.2018 – Es ist soweit: In Deutschland steht der erste Bitcoin-ATM

Der ATM-Produzent Orderbob hat nicht lange gezögert nachdem das Kammergericht in Berlin grünes Licht gegeben hat und den ersten Bitcoin-ATM in München aufgestellt. Das ist bisher bekannt: 

Nachdem das Berliner Kammergericht am 25. September geurteilt hat, dass Bitcoin kein Finanzinstrument im Sinne des Kreditwirtschaftsgesetzes (KWG) sei, ist der Handel mit der Kryptowährung nun auch nicht mehr erlaubnispflichtig. Die BaFin habe laut dem Gericht bislang ihre Kompetenzen überschritten.

Folglich benötigt man für den An- und Verkauf von Bitcoins an einem ATM auch keine Bank-Lizenz mehr. Dies hat sich der ATM-Produzent Orderbob zunutze gemacht und prompt den ersten kommerziellen Bitcoin-ATM im Bistro des Casinos Monte24 am Frankfurter Ring 83 in München installiert.

Die Münchner Bitcoin-Gemeinde nahm diese Nachricht gleich zum Anlass, dort am Mittwoch den nächsten Stammtisch abzuhalten, um den Automaten einmal näher in Augenschein zu nehmen. Unter dem Motto „Lasst uns Deutschlands ersten kommerziellen Bitcoin-ATM besuchen und dort zu Abend essen“, wurde eine Veranstaltung auf Meetup.com erstellt, wo laut Veranstaltungsbeschreibung auch ein Repräsentant von Orderbob anwesend sein wird.

Ein anonymer Bitcoin-Erwerb ist an dieser Maschine allerdings noch Fehlanzeige und die Gebühren belaufen sich auf ganze 5%. Wie Orderbob auf seinem YouTube-Kanal präsentiert, muss der Vollname und das Geburtsdatum eingetragen werden, sowie ein Foto vom Käufer sowie von dessen Personalausweis gemacht werden, bevor die Bitcoins aus dem Automat „purzeln“.

Wie rechtssicher Orderbobs Vorstoß allerdings ist, bleibt unklar. Denn die BaFin zeigte sich gegenüber Heise unbeeindruckt: „Es handelt sich bei der Entscheidung des Kammergerichts Berlin um eine Einzelfallentscheidung im Strafrecht. Das Verwaltungsrecht bleibt davon unberührt. Der Erlaubnisvorbehalt bleibt somit bestehen, die Verwaltungspraxis der BaFin ändert sich nicht.“ Ob gegen Orderbob von der BaFin demnächst Klage eingereicht wird, bleibt also abzuwarten.

Auf der Webseite des Produzenten wird bereits eifrig Werbung für die Verbreitung der Maschinen gemacht. Interessenten könnten einen ATM für 6.490€ erwerben und ihren eigenen Automaten innerhalb von 2-6 Wochen geliefert bekommen. Es scheint also ganz so, als hätte Orderbob nur auf den Startschuss gewartet. Auf eine Nachfrage wieviele Automaten dem ATM-Produzenten bereit stehen, hat der Coin Kurier bislang noch keine Antwort erhalten.

Erst vor eineinhalb Wochen berichtete der Coin Kurier, dass die Genossenschaft GenoTrust beabsichtigt im Laufe der nächsten Wochen kommerzielle Krypto-ATMs in Deutschland aufzustellen. In einem Interview verriet uns der Vorstand der Firma Isabella Helm, dass der erste Automat wahrscheinlich in Frankfurt aufgestellt wird. Nun kam Orderbob der Genossenschaft zuvor. Nun, so ist das nun einmal – Wettbewerb belebt den Markt.

(Quelle: coinkurier.de)

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